Wicked Ways

Sooner or later-I thought that a savior
Would come to save us all
It seems that he left us-to fend for ourselves
Just to try to make us strong
How can I face another day
Knowing he’s done me wrong
[…]
Life of Agony – Wicked Ways

Jetzt stehe ich wieder halb-afk in WoW und schreibe Tagebucheinträge. Alles ist wie früher und alles ist anders. Hier sollte jetzt mein 2. Geburtstagseintrag entstehen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß dem nicht so sein wird. Zwischen mir und der Melancholie besteht eine Hassliebe sondergleichen. Es ist ein schönes Gefühl, aber ich wehre mich der Gründe, die die Melancholie auslösen. Eine Woche nachdem Larissa weg war, war ich beim Konzert von Keith Caputo. Davon hatte ich ja auch berichtet. Er ist wirklich der Großmeister der Melancholie, trotzdem hat er Mut und steht zum Leben. Ich glaube nicht, daß ich das könnte, wenn ich mich ganz diesem Gefühl hingeben würde.
Warum bin ichüberhaupt melancholisch? Nach meinem Geburtstag flog ich ziemlich hoch. Nein seit meinem Geburtstag fliege ich ziemlich hoch. Es ist nicht perfekt, aber gut – sogar sehr gut. Ich fühle mich aber nicht wohl. Meine Gefühle reißen mich mit, aber ich klammere mich an den Boden. Es erinnern mich viele Sachen an Larissa. So wie sie ist, will ich sie ganz ehrlich nicht wieder. Nur anscheinend, will ich auch nicht ohne sie abheben. Vielleicht weil ich jedes Mal, wenn ich mich gut fühle an etwas gutes von ihr erinnere. Gefühle sind schon eine komische Sache. Mein Leben ist einfacher, ich bin entspannter, ich erlebe viel mehr. Alles nur, weil sie mir nicht mehr die Nerven raubt. Aber mir fehlt wohl auch etwas, das sie mir gab.
Wenn ichüberlege wie viele Menschen ich schon wieder kennengelernt habe.. Nina, Ana, Bea (ok sie kenne ich noch nicht).. Jan wiedergetroffen.. Cali!.. meine Freundschaft zu Fassy entwickelt sich sehr gut, was ich sehr genieße. Bald fahre ich mal mit Ana nach Bielefeld. Alles schöne Sachen. Nur ich lasse mich von einigen kleinen Dingen wie immer runterholen. Gut – so klein ist das Ding „Uni“ nicht, aber ich kann im Moment kaum etwasändern. Das zweite Ding „Larissa“ ist ganz merkwürdig. Ich könnte sie jetzt aus ICQ löschen, die restlichen Sachen vernichten und es würde nichtsändern, weil das was noch ist ein Teil von mir ist. Ich habe Keith’s Homepage entdeckt.

test the limits, touch peoples souls, then life is worth living..

You’ve got to accept that results take time. If you’re not in it for the long
haul, you’re going to be frustrated and give up.

„To open your heart to someone means exposing the scars of the past.“

There’s no sensation like having your heart warm up as you involuntarily start
singing a song.

The rest of the world falls away. It’s just you, your best self, reveling in
how fucking great it is to be alive.
– Keith Caputo

Well said. Es ist toll am Leben zu sein, auch wenn nicht immer alles klappt. Wenn ich mich im Moment trauen würde zu diesem Satz zu stehen, dann wäre wohl vieles einfacher. Wie gut kann ein Leben sein, wenn man Angst vorm Leben hat. Ich habe eine schöne Zeit im Moment, dann wird es Zeit, daß ich diese auch so akzeptiere.
Ich spiele seit gestern wieder WoW. Zurück in meiner alten Familie, dem Circle of Elements. Die ganzen alten Gesichter, die ganzen Menschen, die mich nach 1 1/2 Jahren ohne Kontakt noch kennen und vermissen, haben mich auch so melancholisch gemacht. Sogar das Spielen macht mich melancholisch. Ich denke daran, wie ich zuletzt mit Larissa in Westfall unterwegs war. Wie viel Spaß wir hatten. Ziemlich dämlich, wenn man nicht mal ein blödes PC Spiel spielen kann, ohne andauernd Bilder im Kopf zu haben. Die schönen Momente von Heute sind vielleicht bald die Narben der Vergangenheit.
Was soll ich schon machen? Weiter leveln, den Sommer genießen, versuchen die Uni zu kippen, Ana einen Platz in meinem Leben lassen und warten, daß das Gänseblümchen aus Spanien wiederkommt. Nur weil ich alleine hier bin, ist meine Zeit doch nicht verschwendet. Von dem Gedanken sollte ich mal runterkommen. Ganz abgesehen davon war ich nicht sehr viel alleine in der letzten Zeit. Ich habe mit anderen gelacht, mich angelehnt, gekuschelt – führt die Liste fort, wenn ihr wollt. Aber vergesst einen Punkt nicht: Das Schlaf Sofa vernichtet. Ja sieht so aus, als müßte ich wieder im Bett schlafen. Das habe ich jetzt nicht ohne Grund zwei Monate verhindert. The bedroom has got some real bad karma, eh? Das hat sogar Ana gemerkt. Nein – nicht wie ihr jetzt denkt. Nur soll ich mich von Erinnerungen aus dem Schlafzimmer vertreiben lassen? Das kommt auf der Sinnlosigkeitsskala noch knapp vor „Romantische Gefühle bei World of Warcraft“.
Man man.. dieser Beitrag ist schon wieder so lang, daß er keinen roten Faden hat. Ich sollte mal mehr an meine Worte glauben.
Listen to me, read my words and see how fucking great life is.

Keith’s Blog Eintrag

.: Keith Caputo (Life of Agony) – Wicked Ways :.

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