Bittersüße Kostbarkeiten

Tra|gö|die, die; -, -n [lat. tragoedia < griech. tragọ̄día = tragisches Drama, Trauerspiel, eigtl. = Bocksgesang

Ich glaube nicht daran, daß das Leben eine Tragödie ist, auch wenn es sicherlich mit meinem Tod enden wird. Trotzdem hat die Vorstellung des Lebens als Tragödie etwas schönes. Schmerz kann schön sein, wenn er einen tief berührt. Außerdem ist es einfacher oder sicherer sich von Schmerz berühren zu lassen. Wenn man Schmerz sucht, dann kann man nicht enttäuscht werden. Obwohl jemand wohl gestern doch das Gegenteil gelernt haben müßte.
Ich mag Tragödien. Sie sind voller Gefühl und Spannungen, aber Happy Ends sind mir lieber. Wer kam eigentlich auf die Idee, daß man Tiefsinnigkeit und Sensibilität nur durch Leid und Schmerz im Leben bleibt. Ich glaube man muß Leid kennengelernt haben, bevor man einen gewissen Grad an Sensibilität erreicht. Zu behaupten, man muß den Schmerz festhalten, um sensibel sein zu können, ist falsch und wahrscheinlich nur eine Ablenkung von der eigenen Verlustangst.
Verlustangst. Das ist eines der Stichwörter, um das ich mir Gedanken mache. Ich sitze hier bei einem Glas Met und ohne den Schlaf der letzten Nacht und mache mir gedanken. Verlustangst. Habe ich welche? Ja. Nein. Ich weiß es nicht. Ich fühle mich gut, nein ich fühle mich glücklich. Vertrau deinem Gefühl sage ich mir immer. Es sagt mir, was in dir vorgeht, aber es weiß nicht, wie alles ausgeht. Aber darum heißt es wohl:Ein Risiko eingehen. Würde man vorher das Ergebnis kennen, dann wäre es kein Risiko. Du weißt ja selbst wie hoch der Einsatz und wie groß das Risiko ist.
Du weißt ja auch, wie gut es sich anfühlt. Du weißt auch wie tief es geht, denn Deine Tränen brachten viel hervor. Bittersüße Stunden. Eigentlich waren sie doch nur süß und das würden sie auch bleiben, aber das hieße wohl von den Tragödien mindestens zum Drama aufzusteigen. Bloß in Dramen hat man meistens noch eines zu verlieren: Die Hoffnung. Trotzdem sollte man Einsatz und Gewinn auch abwägen. Ich finde, daß die Quoten sehr gut sind.
Gestern war ich sicher, zu Hause und frei. Mich hat das Gefühl frei gemacht das erste Mal verstanden zu werden. Die Freiheit kam durch die Gewissheit tun und lassen zu können was ich will und jemand versteht mich. Ich möchte gerne wieder dahin wo ich gestern Abend war, heute Vormittag oder in der Bahn. Ich hab mich als Mensch so wohl gefühlt, ich glaube ich lerne erst was es heißt mit jemandem glücklich zu sein. Natürlich gibt man immer etwas auf, aber das Leben bietet kaum Risiko. In jedem Moment zwischen Geburt und Tod haben wir schon etwas gewonnen. Also wo ich gerade bei Verlustangst war. Ich brauche keine Angst zu haben.
Selbst wenn ich nie wieder bin wo ich gestern war, dann bleibt mir noch die bittersüße Erinnerung. Eine der kostbarsten meines Lebens. Aber nur deswegen heißt das nicht, daß ich nicht daran Arbeiten möchte mehr davon zu sammeln. Es ist schwer mit Worten zu sagen, was man nicht mal in Gedanken festmachen kann. Du weißt was ich denke. Du weißt, was es ist. Viel reden muß ich nicht, aber eine Bitte habe ich: Siehe, Fühle und Glaube. Du weißt ja jetzt, wie es dann ist.

.: Alter Bridge - In Loving Memory :.

ps: um noch was aufzuwärmen

Der Verstand gibt vor was richtig ist.
Der Verstand befiehlt was nötig ist.
Der Verstand weiß was das Beste ist.

Doch das Herz schreit mit aller Kraft,
und alles was du hören wirst ist „Liebe“.

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