Nutten & Blackjack

Nutten& Blackjack, Brot & Spiele, Siegfried & Roy, Dungeons & Dragons, Whiskey & Cola – alle unterhaltsamen Dinge treten im Doppelpack auf. Ich gebe zu, ich hatte Panik vor diesem Wochenende. Es gab zwar einen konkreten Plan, wie die Zeit totzuschlagen ist, aber der geriet immer mehr ins wanken. Dabei war es dieses Wochenende so wichtig. Ich bin zu Hause und meine Gilde trifft sich und feiert. Auch Larissa und ich bin stinkend eifersüchtig auf jeden anderen Menschen. Das liegt daran, daß ich mir Jahrelang den Arsch für sie aufgerissen habe und jetzt als einziger nicht mehr mit ihr reden darf. Ich vermiß ihre Art. Nunja Ghost Recon, Heroes of Might & Magic 5 und Moritz hielten mich davon ab mich wieder hängenzulassen. Außerdem sollte am Abend gegrillt werden, also habe ich (ja ich!) mal versucht etwas positiv zu sehen. Leider sorgte der Regen und ein spannendes Homm5 Multiplayerspiel dafür, daß ich zu spät loskam. Unterwegs wollte ich noch die Nummer einer alten Bekannten besorgen. Nach 15 Minuten Gespräch zog ich es vor lieber mit einer Bierflasche zu kuscheln, selbst wenn ich sie an den Kopf geknallt bekommen hätte. Woran liegt das, daß sich manche Frauen, sobald man sich für sie interessiert, für ein Stück Luxusware halten?

Weiter im Text. Nutten & Blackjack. In freudiger Erwartung ging ich Richtung herrenhausener Wiesen. Leider stellte ich fest, daß es doch schon verdammt dunkel war. Trotz meiner messerscharfen Augen (wohl eher scharf im Sinne von hübsch) fand ich leider meine Gruppe nicht. Es ging wieder los, ich wurde wieder genervt und traurig. In 10 Minuten wäre eine Bahn nach Hause gefahren. Meine Finger streichelten schon den Panic-Button, um mein Schild anzuwerfen und mich nach Hause zu porten (WoW-Style). Aber ich bin nun mal Schurke und kein Paladin, Phoenix und keine Rennmaus. Ich nahm mein letztes bißchen Kraft zusammen und fuhr Richtung Stadt. Ich hatte 1.5 Stunden Zeit bis zum nächsten Bus. Wo geht man hin, wenn man einsam ist? Ins Jacks. Wo geht man hin, wenn man schlechte Laune hat? Ins Jacks. Wo geht man hin für Nutten & Blackjack? Ehrlich gesagt keine Ahnung, also bin ich ins Jacks gegangen.
Leider war es dort so voll, daß ich nicht mal einen Stehplatz bekommen habe. Retour! Meine schlechte Laune wuchs. Auf zum großen M. M wie McChicken. Dort angekommen stellte ich mich in die Schlange. Nach knapp 6 Minuten hatte ich durch hartnäckiges Warten meinen Spitzenplan erkämpft. Die Kassiererin sah mich, drehte sich einmal Links und Rechts und sprach in voller Weißheit: „Äh ich muß weg.“, und machte die Kasse dicht.
Okay, dann geh ich halt zum anderen großen M: McDöner. 1x Lamacun mit Döner, Kalb, Zaziki und viel scharf. Etwas Fleisch reicher und 2,80 Euroärmer ging ich Richtung Kröpke Uhr. Vielleicht kommt ja noch wer vorbei und sonst glotz ich halt Leute an. Das letztere war dann der Fall. Uh.. noch knapp 40 Minuten. Naja In Extremo spielte Mein rasend Herz für mich und so ging die Zeit vorbei. Meine Laune war inzwischen schon im Keller. Warum geht immer alles schief? Was soll denn das? Baaddd Karma!
Dann fiel mein Blick auf ein paar blaue Augen, versteckt hinter blondem Haar. Sie guckte mich an und sagte irgendwas, daß ich leider schon eine Sekunde später wieder vergaß. Sie war selbst genervt am warten und der Becher Kaffee machte sie mir gleich sympathisch. Jaja.. Kaffee.. ihr kennt mich. Weiter im Text. Ich habe mich dann neben sie gesetzt. Sie wartete auf eine Freundin und hatte noch so 40 Minuten Zeit. Wir haben die Zeit geredet und mir hat es gefallen. Irgendwie war sie eine angenehme Mischung aus Engel und aufgeputschtem Gummibärchen, was auch an den Koffeeintabletten gelegen haben könnte. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob ich sie nach ihrer Nummer fragen soll. Ich mein, ich fand sie sehr nett, aber im Moment häng ich halt noch irgendwie fest.
Irgendwann kam dann ihre Freundin und holte sie ab. Als dann ein „wollen wir los?“ kam, verabschiedeten wir uns und ich hatte das Gefühl, daß ich einen Fehler machte, als ihre Einladung mitzukommen ablehnte. Mit dem letzten bischen Luft habe ich sie dann noch nach ihrem Nickname gefragt, so das ich sie wenigstens online erreiche. Der wurde dann auch eifrig wiederholt. Ich freu mich einfach mal wieder einen so lieben Menschen kennengelernt zu haben.
Naja für mich hies es auf nach Hause. Ich hatte vom erfolglosen Grillen noch Bier dabei, das ich leider vergeblich versuchte an einem Papierkorb zuöffnen. Der klügere gab in dem Fall nach, leider war es der Papierkorb. Das ganz sah ein netter Kerl, der mir dann einen Flaschenöffner reichte. Als Belohnung dafür reichte ich ihm mein 2. Bier. Er fragte mich auch, ob ich mit zu einer Party will. Es war die gleiche auf die Julia ging (der Gummibärchenengel). Ich kam mir noch blöder vor, als ich ablehnte.
Zufrieden, Glücklich und mit einem Bier fuhr ich nach Hause.
Was sollte ich daraus lernen?
So scheiße alles läuft, so wenig auch klappt, esöffnet sich durch jedes Ende immer ein neuer Anfang.

.: Molotov – Apocalypshit :.

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