The Weatherman

Diesen Beitrag schiebe ich schon den ganzen vor mir her. Ich mag es im Moment nicht Hoffnung und Vernunft zu zeigen, weil es so, wie es jetzt ist, leichter ist. Die Hoffnung kann ich wieder verlieren und ich zweifle an meiner Vernunft. Wenn ich so viel Recht habe, warum geht dann immer alles schief, daß mit Vernunft zu tun hat?
Die richtigen Worte fehlen mir im Moment. Ich kann mich nicht gut ausdrücken. Nach einem Beziehungsende habe ich mich noch nie so gefühlt. Ja ich war traurig, ich hab immer gelitten, aber das meine ich nicht. Früher habe ich die Trauer immer in den Mittelpunkt gestellt. Jetzt ist sie von sich aus immer da. Manchmal leicht im Hintergrund und dann voller Verzweiflung auf einmal mitten in meinen Gedanken. Sie fehlt mir einfach und so schwer mir das auch fällt zu sagen, sie wird mir auch lange und weiterhin fehlen. Larissa kann keiner ersetzen. Wenn es so sein soll, dann werden wir später wieder zusammenfinden. Dafür werde ich auch arbeiten, aber die Wahrheit ist, daß es wennüberhaupt lange dauern wird.
Wahrheit! Was ist die Wahrheit? Ist Realität gleichbedeutend mit der Wahrheit? Ich denke, daß das nicht stimmt. Realität scheint immer mehr das zu sein, woran Menschen glauben. Wenn man fest daran glaubt, wird es für einen selbst zur Realität. Wahrheit – wird etwas dadurch, daß man daran glaubt wahr? Wenn man Gründe vorgibt, so handelt und nach Außen so scheint, als wäre etwas wahr, dann weiß man doch irgendwo Innen noch, daß es eine Lüge ist. Vielleicht weiß man es nicht bewußt, aber ganz Hinten versteckt weiß man es.
Wahrheit ist für mich nicht etwas, das man durch Glauben erschaffen wird. Nur weil genug Menschen an eine Idee glauben, wird sie nicht richtig. Ich mag diese Art von Richtig- & Falschdenken nicht. Aber in diesem Fall ist sie für mich wichtig. Ich möchte gerne wissen, ob mein Weg der Richtige ist. Ich möchte gerne wissen, ob ich meinem Gefühl trauen kann. Ich bin so von Realisten und Illusionisten umgeben, daß ich nicht mehr weiß, ob ich mir anmaßen kann zu sagen, daß mein Weg der Richtige ist. Auch wenn er nur für mich der Richtige ist. Ich meine, ich falle immer wieder auf die Fresse. Ich vertraue wem, bilde mir ein zu glauben, was in jemandem vorgeht und dann macht es *peng* und ich lieg‘ da. Warum soll dieser Weg gut sein?
Zuerst einmal ist es mir wichtig, ob ich Recht habe mit der Einschätzung der Menschen. Warum? Weil ich meinem Gefühl trauen muß. Wenn man mit Menschen zusammen ist und eine zwischenmenschliche Beziehung beliebiger Art eingehen will, dann muß man den anderen einschätzen und mit ihm umgehen können. Wichtig ist dabei auch, ob ich mich in Menschen irre, oder in der Art, wie ich ihnen begne. Ich habe mich geirrt. Ich habe mich in dem Punkt geirrt, wie ich mit Larissa umgehen muß. Das hat mir weh getan aber ihr noch mehr. Aber ich habe mich nicht geirrt in ihrer Einschätzung. Ich denke auch nicht, daß ich mich in den Gründen geirrt habe, die ich für unser Beziehungsende verantwortlich mache. Auch wenn ich vielleicht der Einzige bin, der daran glaubt – es ist die Wahrheit. Leider ist es anscheinend nicht die Realität.
All dieses Fragenüber den Weg und Wahrheit weißt doch nur auf eine Frage hin: Wer bin ich? Ich meine nicht, wie ich bin. Ich liebevoll, vertrauensvoll und ehrlich. Nein welche Rolle spiele ich. Ich spende Kraft und helfe bei Problemen. Ich bin Analytiker, aber nicht nur. Ich sehe ein Problem und höre auf Herz und Verstand, um es zu lösen. Ich lasse nicht locker, ich gebe nicht auf. Ich habe Fehler und mache oft die selben Fehler. Ich bemühe mich immer sehr und opfere mich auf. Ich tue all dies gerne, aber ich erwarte wohl meinen gerechten Lohn dafür. Das ist wohl mein Fehler. Ich erwarte Fairness, was bei der Rolle, die ichübernehme selten möglich ist. Ich definiere mich nicht nur dadurch, was ich tue und denke, sondern auch dadurch was andere von mir denken. Larissa hatte durch mich ein schöneres Leben. Ihr Leben ist auch jetzt durch mich noch schöner. Filme, Musik, Schule, Konfliktlösung, Menschenkenntis, Wissensdurst, Romantik, Liebe.. alles Dinge, die durch mich verbessert wurden. Sie hat auch viel für mich getan und wir haben viel für uns getan. Aber in ihrer Realität bin ich jetzt an allem Schuld. Ich habe angeblich alles schlechter gemacht, ihre Ängste ausgelöst und sie nur eingesperrt. Ich wollte das nie und ich hätte auch etwas geändert. Zum einsperren gehören zwei! Ich habe immer versucht etwas zuändern, ich habe immer versucht für sie mitzudenken. Das war meine Rolle. Nur: Menschen müssen für sich selbst denken. Es tut mir leid, ich bin kein Hellseher. Ich würde auch das für euch lernen, wenn ich könnte, aber Hellsehen ist wohl nicht meine Rolle.
Ich suche meinen Lohn, aber sehe ihn nirgends. Das macht mich unzufrieden. Warum soll ich diesen Weg gehen, wenn er mir nur Ärger bringt. Vielleicht weil es mein Weg ist. Vielleicht weil man nur glücklich werden kann, wenn man sich selbst akzeptiert. Dann muß ich meine undankbare Rolle akzeptieren, meine Fehler immer mehr verbessern und versuchen mich zu mögen. Scheiße ich vermisse sie, schießt wieder durch meinen Kopf. Ich wünschte sie würde sehen was alles gut war, und nicht nur das Schlechte. Aber Selbstschutz und Flucht sind so eine Sache.
Nun wer bin ich? Ich bin der, der weiterkämpft, wenn sich die anderen schon zurückziehen. Ich bin der, der alleine stehen muß, auch wenn ich mich nach Ruhe und Nähe sehne. Ich will mich ausruhen in ihren Armen. Ich kämpfe! Ich verliere! Ich bin ein Phoenix, dachte ich immer, aber ob das noch stimmt? Auf jeden Fall bin ich ein Kämpfer. Ich hasse diese Rolle, so gerne ich auch nach ihr lebe. Ich möchte am Ende nicht alleine sein, ich möchte, daß mein Kampf einen längeren Sinn hat.
Verdammt ich war gut! Ich hab so viel mehr Gutes als Schlechtes gemacht. Warum sieht das nie wer? Warum krieg ich sie nicht wieder? Es muß wohl für mich noch jemand anders die Dinge so sehen, ich brauche die Bestätigung. Aber ich bin was ich bin und ich sollte meinen Frieden damit machen. Ich bin ich. Egal was das heißt, ob ich Casanova, Frauenversteher oder Wettermann bin.
Schaut euch mal den Film „The Weatherman“ mit Nicolas Cage an. Larissa und ich haben den noch gesehen und sie wollte, daß es mir nicht so geht wie dem Protagonisten. Tja das hat sich wohl geändert. Aber am Ende war Cage mit seiner Rolle im Leben zufrieden. Mit Pfeil und Bogen, als Wetterman vor Sponge Bob. Mal sehen. Ich bin gut. Ich möchte meinen Weg gehen, aber dann muß ich erstmal mit mir klarkommen. Mein Weg scheint für mich gut. Ich bin ein Kämpfer, bitte steht hinter mir. Seht die Welt ein wenig mehr wie ich sie sehe. Seht hinter die Fassaden. Glaubt nicht was leicht ist, sondern glaubt die Wahrheit. Bitte fangt an zu Leben, anstatt euer Leben mit träumen zu verbringen. Ihr könnt so viele Menschen um euch scharen und euch Aufmerksamkeit holen. Ihr könnt euch einreden, nur weil euch keiner auf die Probleme anspricht, sind sie nicht da. Ihr könnt euch sagen, daß im Schlaf die Zuflucht ist. Aber wo bleibt dann das Leben? Bitte durchbrecht diesen Kreis. Ich brauche jemanden an meiner Seite… ich will nicht nur alleine Kämpfen.
Und schatz, ich vermisse Dich und werde Dich nicht so schnell aufgeben. Mal sehen, ob unsere beiden Wege wirklich endlos sind.

Heute mal viel Musik

.: Within Temptation – See who I am :.
.: Nightwish – End of all Hope :.
.: In Extremo – Raue See :.

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