2 Minuten 32 Sekunden

Ich habe mich heute glücklich gefühlt. Ich habe 2:32 Minuten mit ihr telefoniert und das klang lieb und nett. Es klang nicht so wie früher, aber ich dachte, ich hätte mich nicht geirrt. Ich dachte sie ist ehrlich. 2:32 Minuten, die mir Kraft und Hoffnung gaben.

Ich habe ihr eine Kiste mit schönen Erinnerungen vorbeigebracht und sie war nett. Sie meint, sie verspricht es sich zu Herzen zunehmen. Das hier alles, wäre selbst mir viel zu privat aber in diesem Moment ist mir alles scheiß egal.

Selbst wenn sie mich nicht mehr liebt, wenn man sich nichts getan hat. Selbst dann, kann man doch noch nett sein, oder? Was ist nur seit Schweden mit ihr passiert? Was?

Sie war so lieb und bekam dann diesen Brief (mehr klicken)


Der ehrlichste Brief,

ich bitte Dich diesen Brief bis zum Ende zu lesen. Ich hoffe ehrlich, daß Du Dich kurzöffnest und es in Dich läßt.

Ich habe Dir diese Sachen vorbeigebracht, um Dich zu erinnern. Ich weiß, daß Du Dich nicht erinnern möchtest, aber vertrau mir bitte. Es war schön, aber nicht schön genug. Das siehst Du auch an unseren Sachen. Das „Ohne Dich ist alles doof“ Buch hat eine kaputte Ecke, Du weißt genau wovon. Aber schau Dir doch mal ehrlich die CDs an. Erinnere Dich doch an Weihnachten oder daran wie Du die Kücheüberschwemmt hast. Wie viel haben wir beide denn von einander? World of Warcraft, In Flames, Reiten, Kochen, Kino, Kuscheln, Redenüber Mondlandungen… die Liste ist noch viel länger.

Lass doch mal die guten Gedanken zu. Bitte nur einen Tag. Wir beide waren gut füreinander, auch wenn Du ein schlechtes Gewissen hattest wegen so vielem. Ich habe Dich so viel analysiert und Dich so wenig Atmen lassen.

Ich muß jetzt für mich lernen, daß mein Leben auf mich ankommt. Ich kann zwar viel auf meine Freundinübertragen, aber ich muß ihr Luft lassen. Deswegen gehe ich auch zur Beratung. Nicht für Dich, sondern allgemein für mich und meine Mitmenschen. Sicher bist Du der Auslöser.

Ich weiß, daß Du im Moment so glücklich bist. Die Ruhe tut Dir gut, weil wir zusammen wenig Platz für uns selbst hatten. Ich hatte so wenig, daß ich mich selbst vergessen hatte. Es spielt keine Rolle, daß wir beide nie etwas gesagt haben. Wir waren wohl zu unerfahren, aber Du weißt jetzt, daß Du raus kannst. Immer rauskannst. Du bist nicht gefangen oder machtlos. Ich finde es gut, daß es so gekommen ist, aber natürlich würde ich es besser finden, wenn wir jetzt etwas daraus lernen und noch mal ganz neu anfangen.

Warum möchte ich das? Weil Du mich kennst, weil wir uns gut ergänzen, weil wir Spaß miteinander haben, weil ich mich bei Dir geborgen fühle, weil ich den Menschen schätze und respektiere, der Du bist, auch wenn wir uns beide oft aufregen. Dafür schauen wir auch Märchen. Erinnerst Du Dich?

Respekt! Das habe ich Dir zu wenig gezeigt. Wir beide sind zwei Dickköpfe und bleiben oft bei unseren Ansichten. Es tut mir leid. Ich will ja nicht, daß Du Dichänderst. Du kennst Deine Fehler gut genug, also warum halte ich sie Dir immer vor? Ich vertraue Dir doch. Ich hatte so sehr Angst vor Deiner Angst. Der Angst vorm Tod und vor Schuldgefühlen, daß ich mich selbst dumm benommen habe. Verzeih mir das doch bitte, ich bin auch nur ein Mensch.

Weißt Du noch, wie ich mich früher mit einem Menschen vom anderen abgelenkt habe? Das möchte ich nicht mehr und mache ich auch nicht mehr. Ich kann zwar ohne Dich leben, aber ich niemand anderen lieben. Wir hatten so viele schöne Tage und ich wünsche mir, daß Du nicht alle verdrängst, daß Du die Bilder anschaust.

Du sagst immer, daß Du nicht kannst, daß Du nicht schaffst. Das mußt Du auch nicht. Ich möchte nicht, daß Du perfekt bist. Was ich mir wünsche ist, daß wir beiden von Null anfangen. Dieses mal mit Ehrlichkeit und mehr Erfahrung. Ich möchte andere Umstände bei uns. Ich möchte keine Planung für Jahre mehr, sondern einfach nur die schöne Zeit. Ich möchte nicht, daß Du immer ein schlechtes Gewissen hast, weil Stefan mehr Geld hat. Ich möchte nicht, daß Du Dir immer Gedanken machen mußt wie sauber denn die Küche ist oder daß die Wäsche sauber ist. Ich dachte nur, daß ist ok so. Du hast doch immer selbst gerne geplant. Den Garten, die Wohnung, das Zusammenwohnen. Wir müssen doch nicht zusammenziehen, um zusammen zu sein. Ich habe immer so gehandelt als müßte das so sein. Du kannst auch von zu Hause ausziehen in eine eigene Wohnung. Ich weiß, daß Du so wie es jetzt ist und Du Dich fühlst, Du keine Chance geben möchtest. Aber ich möchte auch nicht, daß alles wieder da weitermacht wo es aufgehört hat. Du, genau Du, der Mensch, der Du bist, der ist mir zu wichtig.

Bitte laß doch etwas von Deiner Abwehr fallen und sieh, wie schön es sein kann. Ich werde Dich nicht enttäuschen. Ich schaue mich um und ich sehe so viele Sachen und Mühe von Dir. Die Lavalampe, die Figuren, der Rosmarin. Viele Sachen, viele kleine Sachen, viele schöne Sachen. Ich habe oft gesagt, ich habe Fehler, aber zu selten so gehandelt. Deswegen gehe ich jetzt ja zur Beratung. Damit ich nicht so werde, wie meine Mutter und meine Oma. Darum habe ich Dich auch bis heute in Ruhe gelassen, damit Du siehst, daß ich bereit bin mich an etwas zu halten. Vorher habe ich doch auch immer versucht Dir persönliche Freiräume zu geben. Wie mit dem Zeichnen und der Fimo. Wenn ich Dein Eigentum nicht schätzen würde, dann hätte ich doch World of Warcraft und das Handy längst gesperrt. Wenn ich Dich bestrafen wollen würde, hätte ich Dir kein Geld zum Essen gegeben. Du hast mir doch auch erst den Stab geschenkt, weil Du mich lieb hast. Dich stört doch auch nur die Art und Weise.

Ich würde gerne bei Null anfangen. Ohne immer zu Telefonieren, ohne immer beieinander zu schlafen und mit eigenen Freunden und Interessen. Ohne, daß Du Dir die Geld und Wohnungssorgen machen mußt, nur wenn Du willst. Ich möchte alles unabhängiger und nicht so kompliziert. Aber ich möchte auch Dich. Ich möchte gerne wieder Deine Schulter und Deine Wärme.

Es wäre jetzt anders als vorher, alleine weil Du weißt, daß Du nicht gefangen bist. Alleine weil ich weiß, daß Du Abstand brauchst und doch Nähe. Alleine weil ich jetzt endlich verstanden habe, daß man mit Beziehung auch sein eigenes Leben behalten muß.

Vertrau mir doch, denk an das Schöne und hab Hoffnung. Ich meine es so wie ich es schreibe und nicht weil es schön klingt.

Naja ich ging guter Hoffnung nach Hause. Gerade weil sie ganz ok am Telefon war. Dann kam im ICQ das:
19:36] Eva: hmmm ich dachte eigentlich ich hatte dir das schon gesagt aber ES IST VORBEI ICH HABE KEINEN BOCK MEHR AUF DICH !!! da smit der kiste wär ja normalerweise süß abe rich finds jetzt lächerlich … ich denek das sollte dir was sagen -.- wenn ich das nicht süß von dir finde empfinde ich auch nichts mehr und genau DAS ist mir nochmehr klar geworden as dass du mir keienn freiraum gelassen hast [Offline Message (5/8/2006 [17:32])]
[19:36] Eva: ich merke imme r mehr wenn du redest das sich mir was vorgemacht habe , ich hab keien gefühle merh und wenn du jetzt darauf antwortest das sich es net so schwarz sehen soll dann ist da snur eien ausrede für dich [Offline Message (5/8/2006 [17:33])]
[19:36] Eva: ich hoffe du versaust mir nicht das gt [Offline Message (5/8/2006 [17:33])]
[19:36] Eva: mach was aus deinem leben abe rich führ meins jetzt allein udn ich fühl mich besser als je zuvor [Offline Message (5/8/2006 [17:34])]
[19:36] Eva: ach bring irgendwann mal bitet meine klamotten vorbei [Offline Message (5/8/2006 [17:35])]

alles andere erübrigt sich, das abtasten und zutreten auf meine schwachstellen, das gemein sein, das fertig machen.

Wo ist die Eva, die ich mal kannte? wo ist die person, die bei „das wandelnde schloss“ mit mir geweint hat?

Sie ist nur noch voller Wut und Hass.

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