Das Unigewissen

Mein Gewissen will dem Schlaf noch keine Ruhe lassen. Ich brauche einen Plan, eine Idee, ja am besten eine Gewissheit, dass ich mein Studium in perfekten Bahnen zum Ende bringe.
Wie schon oft gesagt, bin ich alles andere als ein Leistungsorientierter Student. Ich will wichtiges lernen und mich nicht nur mit Papieren dekorieren. Damit bin ich zwar unter Gleichgesinnten und Professorenüberlebensfähig, aber ich fühle mich als ob die Gesellschaft mit dem Finger auf mich zeigt und mich ausschimpft. Dieses Semester ist zweigeteilt zu bewerten. Ich war nicht extrem viel in der Uni, weil ich am Anfang des Jahres zu den Dingen, die ich wollte, nicht hingehen konnte und keinen guten Ersatz gefunden habe. Ich habe es nicht wie andere gemacht und bin einfach irgendwo hin gegangen und hab dann dort geschlafen. Leider machen sie es richtig und ich es falsch. Für das Schlafen bekommt man nämlich Semesterwochenstunden. Ich hingegen, der zu Hause für Seminare gelesen, gelernt oder natürlich auch PC gespielt und gefaulenzt habe, bekomme dafür nichts.
Dafür sehe ich auch nicht so fertig aus wie manche anderen Studenten, dafür mag ich was ich tue und dafür gehe ich mit der Geschichte unserer Menschheit nicht um wie mit einem Schnitzel an der Fleischtheke. Aber mein Müßiggang wurmt mich. Ich könnte mehr lernen, mehr machen und besser werden! Ich habe nur keine Ahnung wie. Ich gehe auf in Seminaren, die mich interessieren. Aber wenn ich daran denke worüber ich privat noch etwas lernen könnte, dann fällt mir nichts ein.
Ich werde diese Ferien zwei Hausarbeiten schreiben, aber ich finde keine Fragestellung für die Themen. Ich kenne auch keine. Ich weiß nicht, was ich für Geschichte für Fragen untersuchen kann, die auch wirklich von mir beantwortbar sind. Ich habe auch keine Erfahrung damit, aber genau die will ich jetzt sammeln. Ich hoffe nur einer meiner Dozenten ist etwas geduldig mit mir.
Ich möchte wirklich die Geschichte der Menschen studieren. Ich möchte sie verstehen und vielleicht mit dem Wissen zukünftige Fragen beantworten können.
Aber all das geht nicht einfach so nach einem Lehrplan, sonst könnten wir Philosophen züchten. Dann hätten wir jetzt schon Millionen Kants und Freuds, die sich Gegenseitig Störungen der Beziehung zu ihrer Mutter vorwerfen. Abgesehen davon kollediert bei mir gerade Vernunft und Willen. Entweder orientiert sich mein Kategorischer Imperativ neu, oder ich habe nur Kategorisches Chaos. Egal.
Nein, einen Moment. Der Vergleich war doch gar nicht so dumm. Laut Kant gebietet der Kategorische Imperativ den Menschen Handlungen zu vollbringen, die nicht Mittel zum Zweck, sondern von sich aus gut sind.
Ich finde von mir aus gut, dass ich studiere um zu lernen. Ich bekomme mein Gefühl der Faulheit durch meinen Ehrgeiz, damit kann ich aber leben. Es ist ein Teil von mir den ich kontrollieren kann. Was aneinandergerät sind meine Normen und die Vorstellung der Erwartungen anderer. Ich habe schlichtweg Angst dumm dazustehen. Ich will nicht, daß mir jemand mal später sagen kann, daß ich es anders besser gemacht hätte. Ich will nicht, daß diese Person recht hat. Ich will gut werden.
Bloß wie schaffe ich es gut für mich und für die Gesellschaft zu werden?
Es ist völlig egal, was die Gesellschaft denkt. Sie ist meistens nur da, um zu meckern und dabei von den eigenen Problemen abzulenken. Das ist aber leichter gesagt als geglaubt. Ich brauche das Selbstvertrauen das tun zu können was ich will, weil ich denke, daß es richtig ist. Ich muß meinen Weg für mich gehen.
Puh. Ich arbeite daran.
Nächstes Jahr plane ich meinen Stundenplan besser und versuche mehr interessante Sachen zu finden. Ich werde mich wieder in 2 Seminare richtig reinhängen und ich werde etwas lernen.
Bis dahin.. schreibe ich erstmal Hausarbeiten und arbeite an meinem Ego. Ich glaube ich werde die vermehrten Einladungen für die Fachbereichszeitung zu schreiben annehmen.
Oh man. Ich bin so wirr.

.: Die Fantastischen Vier – Mein Schwert :.

2 Kommentare

  1. Du machst dir vielleicht Gedanken…
    Also ich kenne eine Menge Studenten, die das genaue Gegenteil von fleißig sind… und bissl was wirste doch nun auch geleistet haben.
    Glaub da machst du dir wirklich grundlos einen Kopf drum. Du interessierst dich wenigstens sehr für das, was du studierst, selbst das kann man nicht von allen behaupten.

    Das einzige, was micht stört: Müssen deine Beiträge ständig so lang werden?! *g*

  2. Naja ich versuche 2 Scheine zu kriegen per Hausarbeit, das ist genau was ich brauche. Und meine Beiträge.. sorry ^^

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