Artikel von Juli 12th, 2005

Das Unigewissen

Mein Gewissen will dem Schlaf noch keine Ruhe lassen. Ich brauche einen Plan, eine Idee, ja am besten eine Gewissheit, dass ich mein Studium in perfekten Bahnen zum Ende bringe. Wie schon oft gesagt, bin ich alles andere als ein Leistungsorientierter Student. Ich will wichtiges lernen und mich nicht nur mit Papieren dekorieren. Damit bin ich zwar unter Gleichgesinnten und Professorenüberlebensfähig, aber ich fühle mich als ob die Gesellschaft mit dem Finger auf mich zeigt und mich ausschimpft. Dieses Semester ist zweigeteilt zu bewerten. Ich war nicht extrem viel in der Uni, weil ich am Anfang des Jahres zu den Dingen, die ich wollte, nicht hingehen konnte und keinen guten Ersatz gefunden habe. Ich habe es nicht wie andere gemacht und bin einfach irgendwo hin gegangen und hab dann dort geschlafen. Leider machen sie es richtig und ich es falsch. Für das Schlafen bekommt man nämlich Semesterwochenstunden. Ich hingegen, der zu Hause für Seminare gelesen, gelernt oder natürlich auch PC gespielt und gefaulenzt habe, bekomme dafür nichts. Dafür sehe ich auch nicht so fertig aus wie manche anderen Studenten, dafür mag ich was ich tue und dafür gehe ich mit der Geschichte unserer Menschheit nicht um wie mit einem Schnitzel an der Fleischtheke. Aber mein Müßiggang wurmt mich. Ich könnte mehr lernen, mehr machen und besser werden! Ich habe nur keine Ahnung wie. Ich gehe auf in Seminaren, die mich interessieren. Aber wenn ich daran denke worüber ich privat noch etwas lernen könnte, dann fällt mir nichts ein. Ich werde diese Ferien zwei Hausarbeiten schreiben, aber ich finde keine Fragestellung für die Themen. Ich kenne auch keine. Ich weiß nicht, was ich für Geschichte für Fragen untersuchen kann, die auch wirklich von mir beantwortbar sind. Ich habe auch keine Erfahrung damit, aber genau die will ich jetzt sammeln. Ich hoffe nur einer meiner Dozenten ist etwas geduldig mit mir. Ich möchte wirklich die Geschichte der Menschen studieren. Ich möchte sie verstehen und vielleicht mit dem Wissen zukünftige Fragen beantworten können. Aber all das geht nicht einfach so nach einem Lehrplan, sonst könnten wir Philosophen züchten. Dann hätten wir jetzt schon Millionen Kants und Freuds, die sich Gegenseitig Störungen der Beziehung zu ihrer Mutter vorwerfen. Abgesehen davon kollediert bei mir gerade Vernunft und Willen. Entweder orientiert sich mein Kategorischer Imperativ neu, oder ich habe nur Kategorisches Chaos. Egal. Nein, einen Moment. Der Vergleich war doch gar nicht so dumm. Laut...

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