Artikel von Juli 11th, 2005

Demokratietheorie

Das erste Jahr Uni ist fast vorbei und besonders im Bereich der Politischen Wissenschaft hat sich meine Sichtweise dramatisch verändert. Auch wenn ich den extrem parteiischen Kursenüber Marx und die Politik der USA entkommen bin, hat sich Ansicht der deutschen Politik, die grundsätzlich schon von ungesundem Zynismus geprägt war, auf grundsätzliche Weise verändert. Ich bin vom Politikunterricht in der Schule geprägt und habe andere politische Systeme nur als abschreckende Beispiele im Geschichtsunterricht kennengelernt. Natürlich möchte ich nicht behaupten, daß das Dritte Reich eine Glanzstunde des modernen Menschen ist. Aber wie gut ist denn unsere Demokratie? Wie weit sollte Demokratie gehen? Ist nicht eine eingeschränkte Demokratie ein Widerspruch in sich? Um wirklich abzuschätzen wie gut etwas ist, muß man es mit anderen Dingen vergleichen. Der Vergleich muß möglichst objektiv durchgeführt werden. Wenn man sich jetzt unsere Demokratie ansieht, dann ist man von der subjektiven Erziehung geprägt, daß alle anderen Systeme nicht gut sind. Kommunismus funktioniert nicht, Diktaturen sind Unrecht und Anarchie kommt nun mal gar nicht in Frage. Aber warum eigentlich nicht? Wie soll man etwas beurteilen, frei und offen, wenn man in seinem normativen Gefängnis steckt. Der von der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands einmal geforderte Flickenteppich, als Model für die Verwaltung der Menschen, ist nichts anderes als eine Verkleinerung der großen Staaten in kleine Gebiete. Ein wiederaufleben der griechischen Polis Demokratie. Eine solche Änderung würde aber unsere Gesellschaft ins Chaos stürzen. Würde es aber vielleicht dem Einzelnen dadurch besser gehen? Das bringt mich zu der nächsten Frage. Was ist der Sinn von Demokratie? Den Staat zu erhalten, dem einzelnen ein gutes Leben zu sichern oder den besten Weg für die gesamte Gesellschaft zu finden. Das ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Ich habe meinen Standpunkt dazu noch nicht gefunden. Es ist nicht so leicht, wie es vielleicht den Anschein hat. Nun was denke ich Abseits von jeder offiziellen Norm und nur durch mein Gewissen gelenkt. Ich denke, daß der Punkt der Erhaltung des Staates der unwichtigste ist. Der Staat hat für mich die Aufgabe das Leben der Menschen zu Regeln. Er soll es Schützen und ihnen Helfen, dazu unterwerfe ich mich seinen Regeln und erwartet, daß sich dadurch für mein Leben eine Sicherheit ergibt, die mich vor dem Schlimmsten bewahrt auch wenn es schwer wird eine uneingeschränkte Individualität zu erreichen. Nun das klingt nicht so, als wäre der Staat für mich unwichtig. Das ist er auch nicht,...

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