Das Spiel des Lebens

Nun Kandidat Nummer eins, möchten sie Tor 1, Tor 2 oder Tor 3?

Es ist wieder einer dieser Tage, an denen es um alles geht. Ich habe alles hinter mich gebracht. Mein Referat, in das ichübertriebene 40 Arbeitsstunden gesteckt habe, ist fertig. Ich habe ein Video vom letzten Gildentreffen in World of Warcraft gemacht. Wenn es auch spontan, unvorbereitet und deswegen nur halb so gut ist, es ist trotzdem ein schöner Weg gewesen mal wieder was kreatives zu machen.
Tor für Tor arbeite ich mich vor, und komme weiter. Das Spiel des Lebens läuft und ich gewinne. Ich habe diese kleinen Egophasen des ultimativen Selbstvertrauens wieder, die von den Phasen der verkümmernden Verzweiflung ab und zu noch abgelöst werden. Mir fallen Steine vom Herzen, aber die Berge auf meinem Rücken trage ich noch.
In der Uni und beim Geschäft habe ich meinen Killerinstinkt wieder. In der Uni habe ich es am Mittwoch bewiesen und am Samstag im Geschäft. Was heißt eigentlich Killerinstinkt wiederbekommen? In der Uni hatte ich noch nie welchen.
Am Samstag brach der Kirschenkrieg wieder aus. Da war die Schweinebucht gar nichts gegen. Letztes Jahr gab es Streit zwischen meinen Mietern und dem Männchenfüralles von meiner Oma, die angrenzend an mein Grundstück Grundbesitz hat. Es ging um meinen Kirschbaum. Jeder denkt, es ist sein Kirschbaum. Meine Oma erlaubt ihm einfach Kirschen zu pflücken. Meine Mieter, die denken, daß ihr Kirschbaum ist, haben gefragt was er da macht. Da er, Paladin von Oma’s Gnaden, ein gottverdammter autoritärer kleiner Bastard ist, gabs Streit. Meine Mieter haben den Geduldfaden eines Vikingers auf Speed.
Die Mischung ist explosiv, ohne Frage. Ich habe das damals so geklärt, daß sie bei mir nachfragen, bevor sie Kirschen holen.
Alle Jahre wieder. Mitten in der Vorbereitung für meine Grillfeier klingelt das Telefon. Heulende Mieterin am Gerät. Schilderung der Situation. Paladin holt Kirschen, sie sagen er darf das nicht, er flippt aus, beleidigt, schimpft, beleidigt mich, beleidigt alle, geht weg um die Kettensäge zu holen und den Baum abzuholzen.
Rufe meine Oma an. Schilderung der Situation. Sohn von Paladin will mit Paladin friedlich kirschen pflücken. Valkyre kommt an, schreit, vernichtet beide, beleidigt, Unverständnis, Ruckzug.
Okay. Ich habe dann meiner Oma gesagt, daß ihr Paladin von der Polizei abgeholt wird, sollte er jemals meine Grundstücke betreten. Die Gegendrohung meiner Oma war, daß sie mich nicht mehr finanziell unterstützt. Gute Drohung, ich brauche das Geld von meiner Oma spätestens seit die Heizung drüben für 6000€ kaputt ging. Aber ich muß auch meine Mieter verteidigen. Also haben wir uns darauf geeinigt, daß er noch das Grundstück betreten darf, aber keine Kirschen flücken. Alles nur wegen eines Baums, meines Baums. Die nächste Drohung meiner Oma war, daß sie sich aufhängt. Ich meinte nur, wenn sie nach 77 Jahren keinen erwachseneren Weg aus der Situation findet, dann sei dies die einzig logische Konsequenz.
So jetzt waren meine Mieter dran. Ich habe sie am Vortag schon etwas aufgerieben, weil sie mich mit der Nebenkostenrückzahlung etwas vertrösten. Ich nehme es ihnen nichtübel, daß sie nicht zahlen. Sie hatten sehr viel Pech. Aber wenn sie schon nicht zahlen sollen sie nicht anmaßend nervig werden. So began Teil zwei.
Nach etwas nervigem „er ist aber Schuld nähnäh nähnäh“, wurde es mir zu viel. Bin ich Pädagoge? Ist das hier ein Kindergarten? Beim nächsten Mal, wenn es streit gibt, gibt es die letzte Verwarnung, oh mensch, sie haben schon eine Verwarnung. Huch, es fehlen Miete und Nebenkosten. Okay – das nächste mal, wenn jemand sinnlos streit anfängt und das so sehr, daß es fast zur Prügelei komm, gibt es eine Verwarnung wegen Störung des Hausfriedens was gegen die Hausordnung ist und ich habe wieder zwei Wohnungen zu vermieten. Danke, Nächster.
Die Stille war angehm, es klang nach leisem Einverständnis.
Nun geht es an mich.
Ich habe drei Tore. Eines führt mich zu meiner Vergangenheit – zu meiner Exfreundin, eines führt zu etwas neuem – der Zahnfee und eines steht da und nennt mir seinen Sinn nicht.
Wohin will ich? Ich muß die schlechten Sachenüber meine Ex nicht mehr aufzählen, sie sind da und es sind nicht wenige. Aber es verbindet mich noch etwas mit ihr und das ist auch nicht wenig. Es hält sich so sehr die Wage, daß es schon egal ist was passiert, aber nicht egal genug dafür, daß irgendwas passiert.
Dies war der Moment, an dem mir auffiel, daß ich wie eine Frau klinge. Erschreckend.
Tor zwei, die Zahnfee. Ich hab sie wirklich gern, wenn alles anders gelaufen wäre, dann wären wir glaube ich schon zusammen. Aber es ist nicht anders gelaufen und dieser „was wäre wenn Gedanke“ bringt keinen weiter. Menschen sind schonüberfordert mit ihrer schlichten Existenz. Man muß sich nicht noch mit Paralleluniversen befassen. Fakt ist, bei ihr gehts mir gut. Fakt ist, ich habe Angst vor ihr. Was ist aus dem Phoenix geworden? Seit wann habe ich Angst vor tiefem Wasser?
Ich schaue aus meinem Fenster als wäre da eine Antwort. Vielleicht ist da eine. Ich bin immer dageblieben und habe gekämpft. Immer wenn es mies war, blieb ich hier und habe aus der Hölle einen Himmel gemacht. Leider war es oft zu spät und dieses Mal ist es das vielleicht auch. Nur dieses mal ist es zu spät von meiner Seite aus.
Das tiefe Wasser ist ja ganz aufregend, aber der Strand hier ist einfach schön. Ja.. einfach schön, aber nicht mehr. Ruhig, schön, bekannt und er ist vertraut. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Ich bin glücklich in der Strömung, am Leben. Hier am Strand passiert einfach nichts, aber es ist zu warm um zu gehen. Es fehlt auch irgendwas, was im Wasser nicht ist.
Irgendwo hier am Strand habe ich mich verloren. Es wäre gut, wenn ich mich dabei habe, bevor ich gehe. Ich Frau ich. Warum kann ich nicht einfach meine Keule rausholen und alle so lange windelweich schlange, bis jemandübrig bleibt.
Ugh! Ich würde jetzt gerne ein Mammut erlegen. Ich bin ein Mann und kein Männchen. Aber da es keine Mammuts gibt, kann ich meine maskuline Seite schlecht stärken. Genau – schuld sind die Mammuts!
Zurück zum Thema. Ich suche mich. Das ist mein Ziel, mich finden. Ich muß mir nicht so viele Gedanken machen. Ich habe mal gesagt, daß der Schmerz zum Leben dazugehört. Ohne Schmerz weiß man die Liebe nicht zu schätzen. Liebe tut weh, das Leben ist nicht fair und Moos wächst an der Ostseite der Bäume. Alles Miniweißheiten, aber trotzdem wahr.
Ich will mir nicht immer nur Gedanken um andere machen. Das Feuer bricht raus, die ganze angestaute Wut entläd sich wieder unkontrolliert. Nein – nicht unkontrolliert. Aber sie entläd sich auf negative Art und Weise.
Ich muß aus mir raus, aus diesem verdammten Asche haufen.
So sei es dann. Ich habe das Gefühl, daß ich wen verbrennen werde. Aber bitte, wer mich haben will, soll mich holen. Wem das zu heiß ist und wer Angst vor dem Feuer hat, ist der falsche.
Phoenix out.

.: The Jimmy Hendrix Experience – Six was nine :.

  • Blick aus dem Fenster
  • Handout Nachzehrerglauben
  • Heldenhammer Gildentreffen (DivX 6.0)
  • Stratholm Ärzte Music Video (DivX 5.2)
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