Artikel von Juni 17th, 2005

Mein Aufmerksamkeitsdefizit und ich

Sooo viel zu schreiben, so viel zu Sagen und so verdammt wenige Wörter! So langsam habe ich mein Unimotivationslochüberwunden. Wie kam esüberhaupt zu Stande? Ich glaube es resultierte aus der Enttäuschenüber das Angebot an der Uni, kombiniert mit der Sinnlosigkeit von 90% der zu berücksichtigenden Arbeiten. Ich meine, was bringt es anwesend zu sein und zu schlafen. Warum ist das besser als sich zu Hause zu erholen und Energie für eine der, leider sehr wenigen, wichtigen Veranstaltungen zu sammel? Warum verschwendet man seine Zeit mit der Anwesentheitspflicht bei unsinnigen Kursen, anstatt die Zeit für Hausarbeiten und Referate zu verwenden? Und zwar Arbeiten für Kurse, die wichtig für das persönliche Wissen und die Spezialisierung sind. Es sind einfach nur neue Methoden, um schnell studieren lassen zu können und um langzeit Studenten rauszusieben. Es gibt natürlich verschiedene Klassen von Langzeitstudenten, so wie auch nicht jeder Soldat ein Mörder ist. Die meisten meiner Dozenten waren für heutige Verhältnisse Langzeitstudenten. Bei den meisten von ihnen verneige ich mich vor ihrem Wissen und ihrem Scharfsinn. Sie haben lange studiert, leider wird von der Länge des Studiums auch immer darauf geschlossen, wie fleissig man ist. Ich hingegen denke, dass ich 1100 Jahre, für mich relevante, Geschichte der Menschheit nicht in meinem ganzen Leben erforschen und lernen könnte, geschweige denn in einem Studium. Aber ich will es versuchen. Im Geschichtsstudium geht es für mich darum Wissen zu sammeln, zu verstehen und auch auf heute anwenden zu können. Das ist eine Aufgabe, die nicht in Bahnen gepresst werden kann. … als ich mit diesem Gedankengang fertig war, betrat ich endlich den Bus, der mich zu meinem Mittwochsseminar fahren sollte. Ich dankte der Hitze, denn ohne sie wären die ernstgemeinten Komplimente des Busfahrersüber meinen Kilt und meine Lederjacke nicht möglich gewesen. Gut für das Ego, wenn man schon ein unsinniges Studium verfolgt. Inzwischen habe ich mich an viele Blicke gewöhnt, aber es scheinen auch weniger geworden zu sein in den letzten Jahren. Punk ist ja jetzt in. Ich bin alles andere als ein Punk, aber sie waren sonst die einzigen, die mit relativ großer Häufigkeit auch mal einen Kilt trugen. Nun ja. In der Uni angekommen, endlich untger gleichgesinnten, widmete ich mich erstmal 2 Tassen Kaffee und durchforschte danach die Bibliothek. Der Tag war gut, ich hatte einige gute Ideen und brachte sie gleich zu Papier. Einige Diskusionenüber AggroMusik und ob man mir unter den Kilt schauen dürfte...

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