Zu zweit allein

Ich komme gerade zur Ruhe. „Soon there will be nothing lift to fear“ singt David Bowie gerade in seinem traurig schönen „bring me the disco king“. Ob er noch etwas zu fürchten hat? Ich hingegen habe Angst.
Ich ertränke meinen Kummer in Bananensaft, auch wenn das albern klingt, ich fühle mich alles andere als das. Ich habe hier niemalsüber meine Beziehung gesprochen, weil ich nicht mit jedem darüber reden will. Es gibt nichts bitteres als die gut gemeinten Ratschläge von jemandem, der/ die eigentlich gar keine Ahnung hat. Es ist nicht immer alles simpel, einfach und vollkommen logisch. Eine Beziehung ist größtenteils keine Rechenaufgabe.
Ich mache bei Problemen nicht gleich Schluß. Ich finde, wenn man eine Beziehung eingeht muß man auch bereit sein etwas dafür zu tun. So ist es auch bei uns der Fall. Bis auf wenige Sachen gehören immer zwei zu den Dingen, die in einer Beziehung geschehen. Ob das nun ein Streit, ein schöner Abend oder ein Gespräch ist.
Manchmal macht der eine mehr, manchmal der andere. Was ist nur, wenn sich jemand eine Auszeit nimmt und nicht wieder kommt. So wie meine Freundin. Physisch ist sie da, mental eher abwesend und zurückgezogen. Das geht schon lange so und glaubt mir, ich habe drüber geredet – wir haben viel geredet. Aber das brachte immer nur etwas im Moment des Redens und sofort danach war es oft wieder weg.
Sie macht viele Fehler, vieles falsch was mir sehr weh tut. Sie tut es nicht mit Absicht. Es sind keine großen Dinge, nur so unendlich viele kleine Probleme haben sich angesammelt und brechenüber uns zusammen. Es sticht alles, wie tausende kleine Nadeln. Immer wieder und wieder kommen die gleichen Sachen und ich stehe nur da und versuch es auszuhalten und hoffe, daß sie mir irgendwann wieder zu Hilfe kommt.
Ich hatte schon lange kein Wochenende mehr, kein richtiges mit Entspannung und allem was ich als reines Leben definiere. Die Wochenenden wechseln sich mit Streit und Vergebung ab und es bleibt wenig Zeit für anderes. Nicht für Sport, fürs Juggern oder für den Mittelaltermarkt. Mir fehlen die einfachen Dinge.
Sie sieht inzwischen so traurig aus; und daß sie versucht sich ohne Rücksicht auf Verluste abzulenken und sich nichts anmerken lassen zu wollen, hilft auch nicht.
Es tut immer alles doppelt und dreifach weh. Sie tut mir weh und merkt es nicht. Ich erzähle es ihr und dann sehe ich wie ihre Augen traurig werden. Dann will sie es wieder gut machen und schafft es nicht, weil sie viel zu kompliziert denkt.
Wir stehen beide unter Druck. Sie unter dem, daß sie mich verliert und ich unter dem, daß ich für sie mitentscheiden muß. Sie meldet sich nicht mehr zu Wort und gibt selten eine Meinung preis, auch wenn ich das so verdammt gerne möchte. Das hat zur Folge, daß ich mir wirklich Mühe gebe bevor ich eine Entscheidung treffe. Ich will nicht ungerecht werden, sie soll gerecht behandelt werden. Bei jeder kleinen Entscheidung versuche ich nicht egoistisch zu sein, weil ich kein Gegengewicht durch ihre Meinung habe.
Meine Kraft wieder wieder weniger, ich werde wieder aggressiver und man kann mich inzwischen wieder aus der Ruhe bringen. Die Mischung aus Unistreß und privatem Streß nagt an meiner Ausdauer. Ich habe noch genug, aber ich spüre es inzwischen deutlich. Wenn ich mich auch noch erholen wollen würde, bräuchte der Tag 28 Stunden und ich bräuchte endlich wieder jemanden, der mir zuhört. Mein Schutzschild schützt mich vor Problemen, leider ist sie inzwischen auch eines und darum wird inzwischen alles was sie tut erst einmal abgeschwächt, zerlegt, gefiltert und beiseite gelegt. Dann ist es auch leider so, daß ich als Romantiker mit ihr im Arm unter dem Sternenhimmel bei einem Feuerwerk zuschaue und drüber nachdenke, ob ich mir einen Met holen gehe oder nicht. Alles andere kommt schwer an mich heran.
Ich weiß nicht, ob ich Angst vor einem Ende der Beziehung habe, oder ob ich es begrüßen sollte. Alles hat wohl zwei Seiten. Es hilft der Beziehung auch nicht gerade sehr, daß sich inzwischen noch jemand anderes sehr für mich interessiert. Auch wenn ich mir jetzt noch mieser vorkomme, ich muß sagen, daß ich sie mag.
Aber mögen tue ich meine Freundin auch noch und egal wie sich das hier ließt, sie ist es noch wert.
Nur Einsamkeit fühlt sich nicht besser an, wenn man zu zweit alleine ist. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Ich höre auf mein Herz, leider sagt das im Moment nur etwas, das wie ürghwähhss klingt. Was das wohl heißt?
Eines Morgens werde ich wissen, was zu tun ist. Für jetzt reicht es mir in den Himmel zu schauen und zu wissen, daß es bald Regen gibt und dann fühle ich mich immer etwas besser.

.: David Bowie – Bring me the Disco King :.

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