Artikel von Mai 29th, 2005

Zu zweit allein

Ich komme gerade zur Ruhe. „Soon there will be nothing lift to fear“ singt David Bowie gerade in seinem traurig schönen „bring me the disco king“. Ob er noch etwas zu fürchten hat? Ich hingegen habe Angst. Ich ertränke meinen Kummer in Bananensaft, auch wenn das albern klingt, ich fühle mich alles andere als das. Ich habe hier niemalsüber meine Beziehung gesprochen, weil ich nicht mit jedem darüber reden will. Es gibt nichts bitteres als die gut gemeinten Ratschläge von jemandem, der/ die eigentlich gar keine Ahnung hat. Es ist nicht immer alles simpel, einfach und vollkommen logisch. Eine Beziehung ist größtenteils keine Rechenaufgabe. Ich mache bei Problemen nicht gleich Schluß. Ich finde, wenn man eine Beziehung eingeht muß man auch bereit sein etwas dafür zu tun. So ist es auch bei uns der Fall. Bis auf wenige Sachen gehören immer zwei zu den Dingen, die in einer Beziehung geschehen. Ob das nun ein Streit, ein schöner Abend oder ein Gespräch ist. Manchmal macht der eine mehr, manchmal der andere. Was ist nur, wenn sich jemand eine Auszeit nimmt und nicht wieder kommt. So wie meine Freundin. Physisch ist sie da, mental eher abwesend und zurückgezogen. Das geht schon lange so und glaubt mir, ich habe drüber geredet – wir haben viel geredet. Aber das brachte immer nur etwas im Moment des Redens und sofort danach war es oft wieder weg. Sie macht viele Fehler, vieles falsch was mir sehr weh tut. Sie tut es nicht mit Absicht. Es sind keine großen Dinge, nur so unendlich viele kleine Probleme haben sich angesammelt und brechenüber uns zusammen. Es sticht alles, wie tausende kleine Nadeln. Immer wieder und wieder kommen die gleichen Sachen und ich stehe nur da und versuch es auszuhalten und hoffe, daß sie mir irgendwann wieder zu Hilfe kommt. Ich hatte schon lange kein Wochenende mehr, kein richtiges mit Entspannung und allem was ich als reines Leben definiere. Die Wochenenden wechseln sich mit Streit und Vergebung ab und es bleibt wenig Zeit für anderes. Nicht für Sport, fürs Juggern oder für den Mittelaltermarkt. Mir fehlen die einfachen Dinge. Sie sieht inzwischen so traurig aus; und daß sie versucht sich ohne Rücksicht auf Verluste abzulenken und sich nichts anmerken lassen zu wollen, hilft auch nicht. Es tut immer alles doppelt und dreifach weh. Sie tut mir weh und merkt es nicht. Ich erzähle es ihr und dann sehe ich...

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