Internet: The root of all evil

Jedenfalls wenn es nach der Musikindustrie geht. Das Internet ist ihre persönliche Achse des Bösen. Die, nicht nur in Deutschland, herrschende Mischung aus Unwissenheit, Leichtgläubigkeit und Desinteresse ist der beste Nährboden für motivierte Gewinnoptimierer.
Die das Wachstum des Ideenreichtums der Musikindustrie übersteigt bei weitem mein Auffassungsvermögen, als Hobbyschreiberling. Man möge mir deswegen mein enges Sichtspektrum verzeihen.
Es gibt einfach zu viele Dinge, die in den Augen der Musikindustrie für ihren Umsatzrückgang verantwortlich sind. Natürlich vom allgemeinen Konjunkturrückgang und dem popstarübersättigtem Markt abgesehen. Das sind natürlich auch keine populären Fehler. Fehler, die auf falsches Management zurückzuführen sind, gefährden immerhin Arbeitsplätze 😉 und bringen außerdem nicht viel in die Kassen.
Ganz anders sieht es natürlich beim durchschnittlichen Internetuser aus. Er verfügt weder über die Mittel noch über die gewaltige PR Maschine eines Musikkonzernes. Selbst wenn sich tausende von Usern zusammenrotten fehlt ihnen die Macht etwas wirklich zu ändern.
Es ist nicht nur eine Frage der Glaubwürdigkeit, wobei die Glaubwürdigkeit auch ein schönes Stichwort ist. Die Glaubwürdigkeit eines Millioneneurokonzerns ist unumstritten, immerhin zahlt er genügend Steuern. Internetnutzer hingegen… alleine dieses Wort impliziert doch schon den Gedanken an zurückgezogene Menschen, die im Dunkeln ihrer Wohnung dem Verbrechen hingeben. Mit dem Internet ist es wie mit einer Waffe, der Besitz alleine verleitet zur Benutzung. Immerhin kann auf illegalem Wege kopiergeschütztes Material erlangen. Der Informations- und Kommunikationsaspekt des Internets scheint weitgehend unbekannt zu sein. Leider haben viele Richter, Politiker und Berater diese Einstellung. Genau diese Menschen sind häufig zum Schutzes des Einzelnen und zur Beratung verwandter Themen da, leider kommt es genau wegen der Vorurteile und fehlendem Wissen zu unsinnigen Entschlüssen.
Kommen wir aber von den abstrakten Mutmaßungen aber wieder zu aktuellen Beispielen, damit hier nicht nur meine Gedankengänge dargestellt werden. Von der Musikindustrie werden alle abgemahnt, denn vor dem Gewinn, Verzeihung ich meine: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Arbeitslose, Kinder, sogar Ebay bekam schon Post. Der Gedanke, daß das Internet vielleicht auch zu einem Teil umsatzsteigernd ist, ist bestimmt bekannt, aber nach Außen läßt man sich das nicht anmerken. Warum sollte man auch? Man würde sich die Glaubwürdigkeit in den Abmahnprozessen verderben und die Werbemaschine Internet funktioniert auch ohne zutun. Menschen können Musik Probehören und Freunden schicken. Das Lied wird bekannt und entgegen dem allgemeinen Glauben: Menschen kaufen das Lied. Es ist kostenlose PR in ihrer besten Form. Natürlich geht dabei auch Geld verloren, da die Titel kopiert werden. Aber ob die Kopierer der Titel die Musik überhaupt kaufen würden, wenn sie müßten, sei dahin gestellt. Es handelt sich oft um einen imaginären Umsatzausfall.
Im Moment gibt es ein sehr schönes, aktuelles Beispiel: Schnatti. Wer kennt das kleine, singende Krokodil nicht? Nur wenige Menschen, die Radio hören oder fernsehen können sich Deutschlands kleinem Superstar entziehen. Doch das Lied existiert schon mehrere Jahre.
Also wo kommt der kleine, grüne Giftzwerg auf einmal her? Aus dem Internet! Irgendwer hat das Lied einmal illegal von einer alten Kinder-CD gerippt, was auch ernsthaft meiner Meinung nach illegal ist. Dann wurde es von User zu User versand und auf Webseiten angeboten. Was daraus wurde, sehen wir ja jetzt. Eine große menge Geld. Aber das Internet gefährdet Universals neu entdecktes Kind. Immerhin wird es dort kostenlos Angeboten. Es wurde bis jetzt auch nur über 380.000 mal verkauft. Da diese Zahl offensichtlich zu gering und das Internet für die niedrigen Verkaufszahlen verantwortlich ist, wird wieder fleißig Abgemahnt. Doppelt verdienen hält eben besser, auch wenn man im Recht ist, muß man gleich die eigene Mutter verkaufen? Aber das ist Ethik und die ist natürlich auch nicht beliebt.

Die Welt besteht nur noch aus Schafen, Wölfen und Hirten. Wobei hier die Hirten mit den Wölfen zusammenarbeiten damit sie nicht selbst gefressen werden. Schafe beschweren sich nicht, Schafe folgen. Es ist zu anstrengend sich Gedanken zu machen, besonders wenn es etwas über das eigene Umfeld hinausgeht. Es erscheint nicht wichtig was anderen passiert, immerhin bin nicht ich getroffen.
Ich persönlich denke nicht, dass in den nächsten Jahren es besser wird. Was kann man schon tun? Denken ist unpopulär, aber soll ich deswegen damit aufhören? Egal wie enttäuschend die Welt vielleicht ist, soll man etwa aus Frustration in den Chor der Schafe einstimmen?
Meiner Meinung nach nicht. Denken macht frei.

.: Die Fantastischen Vier – Mein Schwert :.

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