Artikel von Februar 9th, 2005

Internet: The root of all evil

Jedenfalls wenn es nach der Musikindustrie geht. Das Internet ist ihre persönliche Achse des Bösen. Die, nicht nur in Deutschland, herrschende Mischung aus Unwissenheit, Leichtgläubigkeit und Desinteresse ist der beste Nährboden für motivierte Gewinnoptimierer. Die das Wachstum des Ideenreichtums der Musikindustrie übersteigt bei weitem mein Auffassungsvermögen, als Hobbyschreiberling. Man möge mir deswegen mein enges Sichtspektrum verzeihen. Es gibt einfach zu viele Dinge, die in den Augen der Musikindustrie für ihren Umsatzrückgang verantwortlich sind. Natürlich vom allgemeinen Konjunkturrückgang und dem popstarübersättigtem Markt abgesehen. Das sind natürlich auch keine populären Fehler. Fehler, die auf falsches Management zurückzuführen sind, gefährden immerhin Arbeitsplätze 😉 und bringen außerdem nicht viel in die Kassen. Ganz anders sieht es natürlich beim durchschnittlichen Internetuser aus. Er verfügt weder über die Mittel noch über die gewaltige PR Maschine eines Musikkonzernes. Selbst wenn sich tausende von Usern zusammenrotten fehlt ihnen die Macht etwas wirklich zu ändern. Es ist nicht nur eine Frage der Glaubwürdigkeit, wobei die Glaubwürdigkeit auch ein schönes Stichwort ist. Die Glaubwürdigkeit eines Millioneneurokonzerns ist unumstritten, immerhin zahlt er genügend Steuern. Internetnutzer hingegen… alleine dieses Wort impliziert doch schon den Gedanken an zurückgezogene Menschen, die im Dunkeln ihrer Wohnung dem Verbrechen hingeben. Mit dem Internet ist es wie mit einer Waffe, der Besitz alleine verleitet zur Benutzung. Immerhin kann auf illegalem Wege kopiergeschütztes Material erlangen. Der Informations- und Kommunikationsaspekt des Internets scheint weitgehend unbekannt zu sein. Leider haben viele Richter, Politiker und Berater diese Einstellung. Genau diese Menschen sind häufig zum Schutzes des Einzelnen und zur Beratung verwandter Themen da, leider kommt es genau wegen der Vorurteile und fehlendem Wissen zu unsinnigen Entschlüssen. Kommen wir aber von den abstrakten Mutmaßungen aber wieder zu aktuellen Beispielen, damit hier nicht nur meine Gedankengänge dargestellt werden. Von der Musikindustrie werden alle abgemahnt, denn vor dem Gewinn, Verzeihung ich meine: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Arbeitslose, Kinder, sogar Ebay bekam schon Post. Der Gedanke, daß das Internet vielleicht auch zu einem Teil umsatzsteigernd ist, ist bestimmt bekannt, aber nach Außen läßt man sich das nicht anmerken. Warum sollte man auch? Man würde sich die Glaubwürdigkeit in den Abmahnprozessen verderben und die Werbemaschine Internet funktioniert auch ohne zutun. Menschen können Musik Probehören und Freunden schicken. Das Lied wird bekannt und entgegen dem allgemeinen Glauben: Menschen kaufen das Lied. Es ist kostenlose PR in ihrer besten Form. Natürlich geht dabei auch Geld verloren, da die Titel kopiert werden. Aber ob die Kopierer...

Mehr