Onkel Philipp’s Märchenstunde

Es war einmal ein kleiner Vermieter, der neben gutem Aussehen und einem unwiderstehlichen Charakter auch noch zwei nette Mietparteien hatte. Alles war wundervoll, die Vögel zwitscherten fröhlich, die Schäfchenwolken zogen über die Häuser hinweg und die Menschen grüßten nett. Er versuchte immer freundlich zu sein, auch wenn die Miete vielleicht einmal 2 Wochen zu spät kam und die Mieter ihn mit unwirklichen Vorschlägen die Zeit kosteten.
So zogen die Jahre ins Land bis eines Tages, als der Vermieter gemütlich im Bett lag, einer der Mieter vor der Tür stand und meinte, dass die Heizung ausgefallen sei. Fassungslos schaute sich der kleine Vermieter die Heizung an und sie war tatsächlich kaputt. Nun es war Samstag und die Monteure waren am Wochenende schwer zu erreichen. Trotzdem versuchte er es die nächsten Stunden. Leider ohne Erfolg.
Peinlich berührt erklärte er den Mietern, dass sie wohl das Wochenende ohne Heizung leben müssten. Die Mieter zeigten Verständnis, da sie sowieso mit der Miete wieder 6 Tage im Rückstand waren. Montagmorgen würde gleich einer der Monteure kommen.
Einem der Mieter viel dann noch ein, dass es ja schon die letzten Tage immer komisch gerochen hat, außerdem war der Dampf aus dem Schornstein gar merkwürdig in der Färbung und die Heizung viel auch öfter aus. Er hätte dem Vermieter in den nächsten Tagen bescheit gesagt.
Ein nervöses Zucken begann im rechten Auge des kleinen Vermieters.
Der Sonntag verlief ruhig, der kleine Vermieter beschloss etwas länger aufzubleiben, weil es so viele schöne Filme in der Flimmerkiste gab und am nächsten Tag keine Universitätsvorlesung war.
Am nächsten Morgen wurde er unsanft vom Telefon geweckt. Es war 6 Uhr, er wollte eigentlich bis 8 Uhr schlafen und dann mit dem Monteur telefonieren und danach seine Mutter in das Krankenhaus bringen.
Wie konnte es auch anders sein, es war der Monteur, er wollte sofort kommen. „Wunderbar!“, dachte sich der kleine Vermieter. Er rief die Mieter an, dass eine Lösung nicht mehr weit entfernt war.
Leider stieß die Lösung auf vollkommene Ablehnung. Sie wollten auf den Markt und die Frau braucht neue Schuhe, da kann doch die Heizung warten!
Nun gut… nun war der Termin am frühen Abend.
Nachdem der kleine Vermieter seine Mutter weggebracht hatte, wartete er auf den Termin.
Als der Monteur da war und die nächsten 3 Stunden für ein Urteil brauchte, ahnte der kleine Vermieter schon böses.
Dann sagte der Monteur was nun der Stand der Dinge war, wie es nur ein Monteur sagen kann: „Völlig im Arsch!“
Nun es wunderte mich, immerhin hatte der Monteur dieser Heizung erst den neuen Brenner vor 2 Jahren eingebaut.
Neben geringerem Verbrauch war ein Vorteil des Brenners, dass man ihn seltener Warten musste – so sagte man es dem kleinen Vermieter zumindest. Darum lies er guten Gewissens eine Wartung ausfallen und vergrößerte die Wartungsabstände um 6 Monate.
Nun von der Unfähigkeit des kleinen Vermieters verwundert belehrte ihn der Monteur, dass man doch so ein Präzisionsgerät öfter warten müsste. Des Weiteren Beschwerte er sich über das Weib des Mieters, da sie ihn unter Tränen erzählte, dass hier in der Wohnung nie etwas klappt.
„Sicher“, dachte der kleine Vermieter, „es geht ja schon beim zahlen der Miete los.“
Später war der Monteur weg und versprach morgen wieder zu kommen. Ersatzteile bekommt man nämlich um diese Uhrzeit nicht.
Ein nervöses Zucken begann im rechten Auge des kleinen Vermieters.
Den Mietern wurde der aktuelle Stand mitgeteilt und etwas unzufrieden gingen sie wieder zurück in ihre Wohnung. Der kleine Vermieter hingegen legte sich auf sein Sofa, da er sehr müde war.
Gerade nachdem er einschlief klingelte das Telefon. Die Mieter waren dran und fragten, wann der Monteur denn genau wieder kommen würde. Der kleine Vermieter konnte keine stundengenaue Antwort geben, aber es schien zu reichen.
Er legte sich wieder hin.
Gerade nachdem er einschlief klingte das Telefon. Der Monteur war am anderen Ende und sagte, dass er die Ersatzteile erst am Übernächsten Tag bekommen würde.
Gleichgültig ging er wieder auf das Sofa.
Gerade nachdem er einschlief klingelte das gottverdammte Telefon. Die Mieter fragten noch einmal nach, wann der Monteur kommt, sie haben die genaue Uhrzeit vergessen.
Ein nervöses Zucken begann im rechten Auge des kleinen Vermieters.
Er legte sich wieder hin und begann das Telefon zu ignorieren.
Gerade nachdem er einschlief klingelte es an der Tür. Der Mieter stand davor und erzählte, dass sie über Nacht bei einer Freundin schlafen. Duzende versuche Smalltalk abzuwehren scheiterten so wurde der kleine Vermieter für ein paar Minuten an die Tür gefesselt.
Als er sich wieder danach hinlegte bemerkte er, dass er nicht mehr schlafen konnte.
Eine Freundin bot an vorbeizukommen und sehr glücklich nahm er dieses Angebot an.
Die Freundin blieb bis 3 Uhr und er wurde sehr müde. Als sie dann ging meldete sich seine Ziehschwester, die sehr, sehr große Probleme bekommen hat und so telefonierte er mit ihr bis 5 Uhr. Es war ja nicht schlimm, er musste erst um 15:00 Uhr zu Universität.
Er schlief ruhig und friedlich, als gegen 6 Uhr das Telefon klingelte. Der Monteur war am Telefon, er wollte sagen, dass er mal den Schornstein überprüft. Kein Problem, die Mieter lassen ihn ja rein. Er wäre dann so gegen 8:00 Uhr da.
Wieder im Bett und am Schlafen wurde der kleine Vermieter von dem infernalen Klingeln des Telefons geweckt. Der Monteur war am anderen Ende und fragte, ob er schon gesagt hätte, dass die Ersatzteile erst morgen kommen.
Ein nervöses Zucken begann im rechten Auge des kleinen Vermieters.
Wieder im Bett schlief er dann tatsächlich bis zur 9. Stunde des Tages durch als das Telefon klingelte. Seine Mieter riefen an und fragten wann der Monteur denn kommen würde.
Ein nervöses Zucken begann im rechten Auge des kleinen Vermieters.
Ein nervöses Zucken begann im linken Auge des kleinen Vermieters.
Er sagte ihnen, dass sie ihn wohl verpasst haben. Er zog das Telefon aus der Steckdose, stellte das Handy ab und schlief bis 11:30 Uhr.
Danach rief er scheinheilig den Monteur an und fragte, ob alles gut lief. Die Antwort kannte er bereits. Der Monteur war auf einer anderen Baustelle und sauer. Der kleine Vermieter sollte doch einen Schornsteinfeger beauftragen, weil er sich plötzlich nicht mehr in der Lage sah den Schornstein selbst zu überprüfen.
Der Schornsteinfeger sah das anders, er würde es nicht vor Donnerstag schaffen und der Monteur soll doch bitte die Prüfung durchführen.
Der Vermieter rief im nächsten Moment an, wo denn der Monteur bleibt. Er schien nicht zu verstehen, dass er schon da war, aber sie ja selbst nicht. Aber der kleine Vermieter wollte erst noch einmal Absprache mit dem Monteur halten und so versprach er den Mietern 30 Minuten wieder anzurufen.
Da der Monteur noch wütender als eben sein würde, beschloss der kleine Vermieter erst einen Kaffee zutrinken. Gerade am Geschäft angekommen und 6 Minuten nach dem Telefonat mit dem Vermieter an, warum er sich denn nicht melden würde.
Verzweifelt erzählt der kleine Vermieter ihm davon, dass er schnell zu seiner Mutter müsse und gab dem Mieter die Telefonnummer des Monteurs. Er soll ihn doch fragen wo der denn bleiben würde und ihm erzählen, dass kein Schornsteinfeger zu finden sei.
Das Telefon blieb für den Rest des Tages stumm und er kam gerade noch pünktlich zur Universität wo er dann Seelenruhig einschlief.
Was würde wohl bald passieren? Der Abend ging jedenfalls damit weiter, dass seine Ziehschwester wieder am Telefon war, aber nun war er etwas ausgeruht und konnte sich darum kümmern.

Diese Geschichte ist frei erfunden und eventuelle Gemeinsamkeiten mit Personen und bestehenden Verhältnissen sind unbeabsichtigt. Sollte es wegen meiner mangelnden Phantasie Gemeinsamkeiten geben so möge man mir diese verzeihen und ich werde den Artikel von der Seite nehmen.

The Bloodhoundgang – fire, water, burn

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